Provision verloren – weil ich meinem Kunden vom Wohnungskauf in Polen abriet

· David Lis, M.Sc., Immobilienmakler (IHK)

Aus der PraxisKäuferbegleitung in PolenLesezeit ca. 6 Minuten

Kurz gesagt

Ein deutscher Käufer, eine Traumwohnung in 1A-Lage, ein Kaufpreis weit über 400.000 € – und ein Detail, das im Grundbuch nicht stand: ein nicht genehmigter Dachausbau. Ich habe vom Kauf abgeraten und auf die Maklerprovision verzichtet. Warum, und was deutsche Käufer daraus mitnehmen können.

Warum ich meinem Kunden vom Wohnungskauf in Polen abgeraten habe – trotz sicherer Provision

Als Immobilienmakler, der seit Jahren deutsche Käufer beim Erwerb von Immobilien in Polen begleitet, erlebe ich immer wieder Situationen, in denen es nicht nur um schöne Wohnungen oder attraktive Preise geht – sondern um Verantwortung.

Vor einigen Wochen meldete sich ein deutscher Interessent bei mir. Er suchte eine Wohnung in Polen – ohne feste Stadtvorgabe, aber mit dem Wunsch nach etwas Solidem, mit Potenzial. Ich übernahm den Auftrag und begann gezielt, nach geeigneten Objekten zu suchen.

Eigene Objekte und fremde Angebote – mit demselben Anspruch geprüft

Dabei habe ich ihm nicht nur Immobilien aus meinem eigenen Portfolio angeboten, sondern auch ausgewählte Objekte aus fremden Quellen – etwa von anderen Maklern oder aus Privatinseraten. Denn ich habe Zugriff auf zahlreiche Angebote außerhalb meines eigenen Bestands, die auf den ersten Blick vielversprechend wirken und zum Suchprofil passen.

Wenn ich für einen Kunden suche, beschränke ich mich bewusst nicht nur auf meine eigenen Vermarktungen. Im Gegenteil: Ich beziehe regelmäßig auch externe Angebote in die Vorauswahl ein – von privaten Eigentümern, Bauträgern oder Maklerkollegen. So kann ich meinen Kunden eine möglichst breite Auswahl bieten.

Klar ist dabei: Ganz gleich, woher ein Objekt stammt – ich prüfe es mit der gleichen Sorgfalt und dem gleichen Anspruch. Denn am Ende zählt nur eines: dass mein Kunde sicher und zufrieden kauft.

Der Besichtigungstag

Als wir mehrere Wohnungen in die Vorauswahl gezogen hatten, ist der Kunde aus Deutschland nach Polen angereist. Alles war zeitlich getaktet und organisiert. Wir haben uns an dem Tag gleich mehrere Immobilien angeschaut – teils meine, teils fremde.

Eine Wohnung stach besonders hervor. Wunderschön. Großzügig geschnitten, 1A-Lage – eigentlich ein Top-Renditeobjekt – Kaufpreis weit über 400.000 €! Sie war im Privatverkauf gelistet, von einem sehr freundlichen Anbieter, der selbst viele Immobilien besitzt. Mein Kunde war begeistert – und ich konnte es ihm nicht verübeln.

Doch während meiner späteren Analyse fiel mir ein Detail ins Auge, das im Inserat nicht erwähnt wurde: eine zusätzliche Nutzfläche, die im Grundbuch nicht existierte.

Eine Traumwohnung mit einem unsichtbaren Haken

Der Dachstuhl war zu Wohnraum umgebaut worden – handwerklich ordentlich gemacht, keine Frage. Doch aus meiner Erfahrung wusste ich: So etwas kann riskant sein, wenn die baurechtliche Genehmigung fehlt. Und bei dieser Wohnung lag keinerlei Dokumentation vor. Keine Genehmigung, keine Klarheit, kein offizieller Nachweis. Muss man jetzt Angst haben, dass das überall in Polen so ist? Natürlich nicht – das sind Einzelfälle.

Aber ich bin mir sicher, dass es da draußen viele Käufer gibt, die einfach darüber hinweggeschaut hätten – blind oder nicht blind.

Viele vertriebsorientierte Maklerkollegen hätten in diesem Moment einfach genickt, die Provision kassiert und den Deal „geclosed“.

Aber ich habe meinem Kunden klar vom Kauf abgeraten – bzw. ihm gesagt, dass es ein gewisses Restrisiko geben wird, das nicht kalkulierbar ist. Und das, obwohl ich mit dem Verkauf eine sichere und sehr gute Provision verdient hätte.

Die Reaktion meines Kunden: Wertschätzung statt Misstrauen

E-Mail-Auszug eines deutschen Käufers nach der Abratung vom Wohnungskauf in Polen
Screenshot aus einem E-Mail-Auszug nach meiner ausführlichen „Abratungsmail“

Später schrieb mir mein Kunde eine E-Mail, die ich so schnell nicht vergessen werde. Darin stand unter anderem:

„Es wäre für Sie der einfache Weg gewesen, uns die Wohnung anzudrehen, die Provision zu nehmen und nix wie weg. Das ehrt Sie sehr – und wir sind 100 % sicher, den richtigen Partner für unser Projekt gefunden zu haben.

Kurzum: Entweder kaufen wir unsere Wohnung über Sie – oder gar nicht!“

Ein besseres Kompliment kann man als Makler wohl kaum bekommen.

Mich freut es besonders, da der deutsche Kunde selbst sehr intensiv in der Immobilienbranche – zumindest in Deutschland – tätig ist und trotzdem mich als seinen Käufermakler hinzugezogen hat.

Was deutsche Käufer aus dieser Geschichte lernen können

Der polnische Immobilienmarkt bietet viele Chancen – aber in einzelnen Situationen auch Fallstricke. Besonders für deutsche Käufer, die mit dem lokalen Baurecht, der Sprache und den informellen Gepflogenheiten nicht vertraut sind.

Nicht alles, was in einem Inserat schön aussieht, ist auch juristisch in Ordnung.

Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass selbst ein Notar oder ein Rechtsanwalt diesen Punkt übersehen hätte. Der Notar hätte den Kauf beurkundet – denn im Grundbuch war kein einziger Hinweis auf diesen kritischen Mangel zu finden.

Papier prüfen reicht nicht

Genau das ist das Problem: Notare und Rechtsanwälte prüfen in der Regel nur die Unterlagen – nicht die Immobilie selbst. Und was auf dem Papier sauber wirkt, kann in der Realität ein echtes Risiko sein. Wer nur „Papier prüft“, übersieht oft Details, die vor Ort oder auf Bildern sofort ins Auge fallen.

Genau deshalb ist es so wichtig, einen erfahrenen, unabhängigen Partner vor Ort zu haben, der Immobilien nicht nur mit dem Auge, sondern auch mit Fachwissen und langjährigem Praxis-Bauchgefühl beurteilen kann.

Ich habe meinem Kunden damals gesagt:

„Auch wenn Sie diese Wohnung haben wollten – ich finde Ihnen eine andere, die rechtlich 100 % sauber ist.“

Denn mein Ziel ist nicht, möglichst schnell Provisionen zu kassieren.
Mein Ziel ist es, dass meine Kunden langfristig zufrieden sind, sicher kaufen – und nachts ruhig schlafen können.

Für Käufer, die so suchen wollen

Sie wollen in Polen kaufen – und wollen jemanden, der Ihnen auch sagt, wenn Sie es nicht tun sollten?

Genau so arbeite ich mit meinen Käufern: Objekte aus dem gesamten Markt, ein Besichtigungstag, jedes Objekt gleich streng geprüft – und eine ehrliche Einschätzung vor der Anzahlung. So läuft die Käuferbegleitung.

Kaufvorhaben besprechen →

Objekte zeigen kann jeder

Wenn Sie darüber nachdenken, in Polen eine Immobilie zu kaufen – sei es zur Eigennutzung, als Ferienwohnung an der polnischen Ostsee oder als Kapitalanlage – dann reicht es nicht, einfach schöne Objekte zu besichtigen.
Objekte zeigen kann jeder. Aber ich sage immer:

Man sieht sich im Leben zwei Mal – und beim zweiten Mal möchte ich meinen Kunden in die Augen schauen können.

Ein guter Makler kostet Geld – aber wissen Sie, was wirklich teuer wird?

Denn klar – ein guter Makler kostet Geld.
Aber wissen Sie, was wirklich teuer wird?
Wenn Sie später auf Problemen, Rechtsrisiken oder Sanierungskosten sitzen bleiben, die das Fünffache der Maklerprovision verschlingen.
Und das kommt häufiger vor, als viele glauben – gerade bei hochwertigen Immobilien, die auf den ersten Blick perfekt wirken.

Deshalb: Suchen Sie sich nicht den billigsten Makler. Suchen Sie sich den RICHTIGEN.

Sie suchen eine Wohnung in Polen und wollen sie mit mir kaufen?

Dann sprechen wir über Ihr Vorhaben – Ort, Budget, Nutzung – und ich sage Ihnen, wie wir die Suche angehen. Ohne Objektliste, ohne Druck.

David Lis, M.Sc. Immobilienmakler (IHK) und lizenzierter Makler in Polen (Nr. 22594 F PPRN) david.lis@immobilie-polen.de · +49 178 32 32 225


Ihr nächster Schritt

Fragen zu diesem Thema? Sprechen wir 15 Minuten darüber.

Sie haben gerade gelesen: Provision verloren – weil ich meinem Kunden vom Wohnungskauf in Polen abriet. Wenn Sie wissen möchten, was das für Ihre konkrete Immobilie oder Ihre Situation in Polen bedeutet – buchen Sie direkt einen Rückruf oder schreiben Sie mir. Kein Verkaufsgespräch, keine Folgeverpflichtung.

Lieber schriftlich?

Beschreiben Sie kurz Ihr Anliegen – der Link zum Inserat, eine Frage zum Vertrag oder zur Lage genügt. Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Immobilienmakler (IHK) · seit 2018 lizenzierter Makler in Polen (Nr. 22594 F PPRN) · zitiert von dpa, Handelsblatt, FOCUS, MDR und rbb